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Station 2 der Alphaville-Tour 2011: Recklinghausen - die zweite Tour-Premiere

Der Landkreis Recklinghausen im Ruhrgebiet ist mit 600.000 Einwohnern der eng besiedeltste Raum Deutschlands. Das „Einzugsgebiet“ des heutigen Konzerts von Alphaville in der Vest Arena war aber deutlich größer: selbst für ein Ehepaar aus Osnabrück war die Anreise mit einer guten Stunde Anfahrt nicht zu weit, um dem neuen Sound der 80er Pop-Titanen zum ersten Mal live lauschen zu dürfen. Sie postierten sich frühzeitig gleich vorne an der Bühne und freuten sich besonders auf die neuen Songs. Alphaville kennen sie natürlich aus den 80er Jahren, haben aber auch die Band-Entwicklung stetig verfolgt und mögen alle CDs, insbesondere die Live CD „Stark naked and absolutely live“. Auch ihr 10jähriger Sohn ist von der neuen Alphaville-CD „Catching Rays on Giant“ begeistert. Für das Konzert heute Abend und mitten in der Woche ist er aber noch zu jung.

Das Publikum ist ansonsten gut gemischt, Hauptanteil sind sicher die 30-50 Jährigen. Die 600 Personen fassende Vest Arena ist gut gefüllt, wenn auch nicht ganz ausverkauft. Mit Köln und Duisburg gibt es für die Besucher aus Nordrhein Westfalen aber auch noch zwei Alternativen im Tourplan von Alphaville.

Die Stimmung ist schon im Vorfeld sehr gut, das Publikum ist vor allem auf die neuen Hits von Alphaville „I die for you today“ und die aktuelle Single „Song for no one“ gespannt. Die neue CD lag für ein Paar aus Herne bereits unter dem Weihnachtsbaum, eine Mutter hörte sie gerade bei der Anreise schon im Auto - ihr 30jähriger Sohn, Fan von 80er Musik, hatte sie überzeugt, sich dieses Konzert einmal anzuschauen. Und so wunderte es nicht, dass die Begeisterung immer dann besonders aufflammte, als diese neuen Hits von Alphaville auch wirklich live performt wurden.

Nachdem am Vortag in Aurich technische Probleme der Band viel Improvisation abverlangten, lief in der Vest Arena alles perfekt - also durften die Recklinghausener die „eigentliche Tour-Premiere“ live miterleben. Gitarrist David Goodes eröffnete mit den ersten Klängen von „End of the world“ aus dem neuen Album die Show. Während der ersten drei Songs gab es aufgrund der vielen angereisten regionalen Pressevertreter (Radio Märkischer Kreis und die Westfälische Rundschau), die natürlich die besten Fotos von der Band ergattern wollten, noch etwas Bewegungseinschränkungen für das tanzende Publikum, aber dann konnte ausgelassen gefeiert werden.

Alphaville spielten vor allem natürlich ihre neuen Songs, als erstes Highlight den Song „Call me down“, wo Keyboarder Martin Lister mit einer prima Gesangseinlage im Duett mit Sänger Marian Gold überzeugte. Die Stimmgewaltigkeit von Marian Gold, die im Laufe der vergangenen Jahre kein bisschen nachgelassen hat, stach besonders beim Song „The deep“ hervor. Nach diesem Song stellte Keyboarder Martin Lister dann auch noch einmal „This is Mr. Marian Gold“ vor, dieser sieht sich aber nicht alleine im Vordergrund und verweist zugleich auf seine Band „und das sind Alphaville“! Diese Gesten zeigen, wie hervorragend die Live-Band miteinander auf der Bühne harmoniert. Den Spaß, den die Jungs und ihr Neuzugang Bassistin Maja Kim, während der Show hatten, übertrug sich auch auf das Publikum, das auch zu unbekannten Songs, wie dem erstmals live performten Klassiker der älteren Alphaville-CD „Prostitute“ „Iron John“, begeistert mitklatschte und tanzte.

Natürlich wurden aber auch die Klassiker „Sounds like a Melody“, „Jet Set“, „Dance with me“ und auch „Big in Japan“ gespielt. Allerdings trug Marian Gold aufgrund der Umweltkatastrophe in Japan den Welthit „Big in Japan“ mit einem neuen Text vor, der auf diese Ereignisse explizit einging - eine schöne Geste, die das Publikum sehr begrüßte.

Die Show dauerte gut zwei Stunden, nach 3 Zugaben beendete „Apollo“ das Konzert. Das Ehepaar aus Osnabrück war nach der Show begeistert, besonders die neue „Big in Japan“-Version hatte sie sehr beeindruckt!

Nächste Station der Alphaville-Tour wird Sehnde in Hannover sein, aber zuvor gibt es für Alphaville einen Ruhetag, weiter geht es dann am 18.3.2011… tbc.

Nicola Stobbe, imoe> music


Nicola Stobbe, imoe> music

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