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Station 9 der Alphaville-Tour 2011: Halle - … das Gefühl „Alphaville“!

Nachdem der Frühling wie Alphaville einen Tag Pause gemacht hat, schien pünktlich zum anstehenden 9ten Alphaville-Konzert der Tour zur aktuellen CD „Catching Rays on Giant“ wieder die Sonne. An diesem Tag spielten Alphaville in Halle an der Saale, der mit über 230.000 Einwohnern größten Stadt in Sachsen-Anhalt. Location war wie am Tag zuvor wieder eine Messehalle. Erfreulicher Grund für die Wahl dieser Location war, dass der zunächst geplante Veranstaltungsort aufgrund der großen Nachfrage nach Konzert-Tickets von der kleineren Schorre Halle hierher verlegt wurde. Es wurde mit knapp 1300 Besuchern das größte Alphaville-Konzert der Tour.

Bereits vor Einlass bildete sich eine lange Schlange vor dem Eingang der Messehalle. Die Halle selbst machte im Gegensatz zum Vortag in Gießen einen sehr guten Eindruck. Alles war professionell organisiert, von der Garderobe bis hin zur Raucherinsel und auch einer professionellen Bewirtung mit Snacks und Getränkeständen sowie Sitzgelegenheiten (Bierzeltbänke). Die Halle füllte sich schnell, der Merchandising-Stand von Alphaville erlebte einen hohen Andrang. Verkauft wurden die Artikel übrigens von niemand Geringerem als dem Bassisten der befreundeten Band „Bell, Book & Candle“, von Hendrik Röder, der Alphaville auf ihrer Tour tatkräftig unterstützt. Die Sängerin von „Bell, Book & Candle“ spielte auch in dem Video der Alphaville-Single „I die for you today“ die weibliche Hauptrolle neben Alphaville-Sänger Marian Gold.

Die Stimmung in der Halle war von Anfang an sehr gut und ausgelassen. Wen man auch ansprach, jeder freute sich sehr auf das Konzert und kennt Alphaville gut. Ein Pärchen aus Leipzig hat schon mehrere Alphaville-Konzerte besucht. Besonders begeistert war es von dem Konzert im Gewandhaus, wo Alphaville mit Orchester-Unterstützung gespielt hat. Er hört sonst eher AC/DC, von Alphaville mag er eher die „experimentellen“ CDs, wie „Prostitute“. Da Alphaville gleich zwei Songs von dieser CD auf der Set-Liste haben („Apollo“ und „Iron John“), kann er sich besonders freuen. Auf die Frage, womit sie Alphaville verbinden, überlegte sie länger und sagte dann zögernd „eigentlich die Jugend“, war aber nicht so richtig zufrieden mit dieser Antwort, da gäbe es noch mehr, was Alphaville für sie bedeute. Zunächst freute sie sich riesig auf die neuen Songs der aktuellen CD „Catching Rays on Giant“.

Zwei Freunde aus Halle haben ihre Karten auch schon seit Januar. Einer von ihnen bekam die Karten von seiner „Kleinen“ (seiner Freundin) zum Geburtstag. Sie weiß, dass er Alphaville sehr mag, und so soll er die Gruppe nun auch zum ersten Mal live sehen. Für seinen Freund war es sogar das erste Konzert überhaupt. Dieser freute sich vor allem auf den Song „Jerusalem“, der leider nicht auf der Set-List des Abends stand. Dafür wurden aber die anderen beiden Klassiker „Big in Japan“ und vor allem auch „Forever Young“ gespielt. Insbesondere bei letzterem Song kamen spontan alte Erinnerungen an das „Schwofen“ mit der ersten Beziehung hoch.

Als die Band und Sänger Marian Gold die Bühne enterten, freuten sie sich gleich: „Super Stimmung hier“! Wie gut das Publikum Alphaville kennt, wurde besonders beim Titel „Call me down“ klar. Sie riefen bereits im Vorfeld „Martin, Martin, Martin“, da dieser den Song singen wird. Marian Gold schaute gespielt irritiert und rieft „Ich bin hier“. Als Keyboarder Martin Lister mit seiner ersten Strophe begann, setzte auch Marian Gold zum Singen an, stoppte dann aber und schaute empört auf sich. Da er zunächst nicht zum Zuge kam, heizte er das Publikum weiter an: „Give me your beat“. Bassistin Maja Kim unterstützte ihn dabei, zur Freude des Publikums. Nach dem Song gab es dann den Belohnungsruf „Martin Lister, schalalalalahh“!

Zu „Jet Set“ heizte Gitarrist David Goodes Drummer Jakob Kiersch an, indem er in der Luft mit trommelte. Beim Song hüpften dann er und Marian Gold um die Wette. Es war eine Power-Show, in der sich die ganze Band verausgabte. Nach dem „Song for no one“ wusste die Leipzigerin, was sie mit Alphaville verbindet: „Jetzt kann ich es endlich in Worte fassen: Es ist das Gefühl 'Alphaville' - Du fühlst es, oder nicht“ - und strahlte! Nach der Ballade „The Deep“ entlockte es ihr: „Wahnsinn“!

Bei allen Songs klatschte und tanzte das Publikum begeistert mit. So war es klar, dass die Band ohne Zugaben nicht fahren darf. Eine der Zugaben war auch der Alphaville-Klassiker „Big in Japan“. Hier sang Marian Gold den Text anlässlich der Umweltkatastrophe in Japan seit Anfang der Tour in einer angepassten Version, in der die Band ihr Mitgefühl mit den Menschen dort ausdrückt. „Leider haben das einige Journalisten nicht mitbekommen, dass wir einen neuen Text spielen, und kritisieren uns, dass wir den Song ganz normal spielen. Aber Ihr werdet es merken!“

Bei „Apollo“ zeigte die Band noch einmal, wie viel Spaß sie auf der Bühne hat. Martin Lister versteckte sich hinter seinem Keyboard, Marian Gold vor dem Keyboard, und sie versuchten, sich gegenseitig auszuweichen. Maja Kim und David Goodes rockten nebeneinander auf der Bühne, und Drummer Jakob Kiersch gab mehrere Steheinlagen.

Nach einer zweiten Zugabe war dann leider doch Ende, es war ein gelungener, wenn auch aufgrund der Sommerzeit verkürzter Sonntag!

Die Tour geht bereits am nächsten Tag, am 28.03.2011 in Duisburg weiter … tbc

Nicola Stobbe, imoe> music


Nicola Stobbe, imoe> music

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