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imoe> music Tour-Report

Station 7 der Alphaville-Tour 2011: Erfurt - glasklarer Sound und Showeinlagen!

Die erste Station in der zweiten Halbzeit der aktuellen Alphaville-Tour „Catching Rays on Giant“ ist Erfurt. Die Landeshauptstadt Thüringens hat rund 300.000 Einwohner und zeigte sich wettermäßig bereits den ganzen Tag von ihrer besten Seite. Die Sonne schien den ganzen Tag, ein warmer Frühlingstag, und wer morgens schon im Stadtgarten unterwegs war, hätte Sänger Marian Gold laufen sehen können - so verriet er es während der Show. Gestrige Location war auch der Stadtgarten Erfurt. Die Halle fasst ca. 800 Besucher und hat eher ein klassisches Ambiente.

Die Show war nicht ausverkauft, aber bereits vor Einlass füllte sich der Vorplatz des Stadtgartens. Mehrere Besucher sind über den lokalen Radiosender, Landeswelle Thüringen, auf das Konzert aufmerksam geworden. So hatte ein Erfurter sogar das Glück gehabt, eine Eintrittskarte gewonnen zu haben. Er wurde von seiner Tochter begleitet, die ebenfalls Alphaville sehr mag. Während der Vater sich eher auf die alten 80er Hits von Alphaville freute, wünschte sich die Tochter, dass Alphaville vor allem Stücke von ihrer neuen CD „Catching Rays on Giant“ spielen. Beide hatten bereits im November letzten Jahres Glück gehabt und waren bei dem exklusiven Unplugged-Konzert von Alphaville im Radiosender Landeswelle Thüringen dabei. Das kam sehr gut an, so dass sich beide nun sehr freuten, ein ganzes Live-Konzert miterleben zu dürfen.

Zwei Freundinnen, die aus dem näheren Umkreis von Erfurt angereist sind, hatten auch probiert, ein kostenfreies Ticket über die Landeswelle Thüringen zu bekommen. Das klappte leider nicht, da mussten die Karten eben gekauft werden. Eine von beiden hat Alphaville schon zwei Mal live miterlebt und freute sich nun auf ein Wiedersehen. „Sie sind normal geblieben“, im Gegensatz zu vielen anderen 80er Revivals.

Ein Pärchen aus dem weiteren Umkreis (60 km) hat von dem Konzert über die Alphaville-Website (www.alphaville.info) erfahren. Sie mochten Alphaville in den 80ern sehr, hatten sie dann aber ein wenig aus den Augen verloren. Als sie vor 5 Jahren einen Internetanschluss bekamen, forschten sie erst einmal, ob es die Gruppe noch gibt. Sie stießen dann auf viele Alphaville-Veröffentlichung, unter anderem die Fan-Editions „Dreamscapes“ und „Crazyshow“, die aber leider nicht mehr erhältlich waren. Ein Versuch, diese bei Ebay zu ersteigern, scheiterte an dem sehr hohen Gebotspreis, der zum Schluss der Auktion hätte gezahlt werden müssen. Sie freute sich nun vor allem auf die neuen Songs von Alphaville. „Die Stimme von Sänger Marian Gold ging mir gleich ins Herz, das ist bis heute so geblieben“ schwärmte sie.

Recht pünktlich kurz nach 20 Uhr startete dann auch das Konzert mit „End of the world“ und „Call me“ vom neuen Album. Das Publikum lauschte interessiert den Klängen, ist aber noch ein wenig verhalten. Marian Gold bedankte sich beim Publikum für dessen langjährige Treue zu Alphaville mit dem Song „Carry your flag“, einer Ballade, in der auch Keyboarder Martin Lister mitsang und mit geschlossenen Augen in dem Song mit aufging. Marian Gold munterte das Publikum zum Mitklatschen auf „Give me the back beat“! Bei der aktuellen Single „Song for no one“ pfiffen viele fröhlich mit, das Publikum wurde munterer. Marian Gold spaßte nach dem Song „This is a song for you guys… Jungs” und zeigte ruckartig, überraschend und mit Schalk im Nacken auf einzelne Besucher „and you… and you“. Er hatte seit Anfang der Show einen Aufkleber an der Brust kleben „We support your inner monkey“ (eine Anspielung auf „Monkey in the moon“ - ein Song, der die Phantasie der Menschen aktivieren soll). Doch der Aufkleber war durch die Power-Show, die er bis dahin bereits abgeliefert hat, abgefallen, was er mit „nothing really works“ und Augenzwinker kommentierte. Spätestens nach „The Deep“ kochte die Stimmung im Saal. Der Sound war exzellent, und auch der Gesang war selbst nahe an der Bühne glasklar zu hören. Drummer Jakob Kiersch trommelte hier mit sehr viel Gefühl und baute damit eine irrsinnige Spannung im Song auf, die sich am Schluss entlud. „Der geht ja ab wie Schmitts Katze - saugeil“, kommentiert eine Besucherin diese Drumeinlage beeindruckt.

In der kurzen Pause trank Marian Gold ein Bier auf „ex“ und hatte dabei nicht viel Zeit, da die Band den nächsten Song „Iron John“ schon musikalisch einleitete. Die Leistung wurde vom Publikum mit Klatschen belohnt. Marian Gold versprach „Ihr werdet den nächsten Song lieben“ - und so geschah es. Den Irish-Folk-Klängen konnte keiner widerstehen. Keyboarder Martin Lister unterstützte mit einem eindrucksvollen Backvocal. In den großen Applaus nach dem Stück rief Marian Gold „Jetzt hat Alphaville auch sein Trinklied!“

Die Show war für die Band schweißtreibend, sie gab alles. So trocknete Marian Gold vor dem nächsten Song „Victory of Love“ seinem Gitarristen David Goodes mit einem Handtuch die Stirn ab, der bedankte sich mit einem prima rockigen Gitarrensound im Song. Diese und die vielen weiteren Show-Einlagen liebten die Zuschauer an diesem Abend. Als dann die Klänge des Klassikers „Sounds like a Melody“ ertönten und sich der Sound, insbesondere durch die powervolle Basseinlage von Bassistin Maja Kim, immer weiter aufbaute und steigerte, gab es kein Halten mehr. „Geil, geil, geil“ rief die begeisterte Besucherin. „Auch endlich einmal ausgespielt! Wenn dieser Song im Radio gespielt wird, blenden die Sender ihn meistens zum Schluss, wenn eigentlich der beste Teil kommt, aus. Ich habe da auch schon angerufen und mich beschwert“.

Nach zwei Zugaben verließen auch die Besucher in Erfurt mit zufriedenen und glücklichen Gesichtern den Saal. Gleich am Folgetag, am 25.03.2011, geht es in Gießen weiter … tbc

Nicola Stobbe, imoe> music


Nicola Stobbe, imoe> music

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