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Station 5 der Alphaville-Tour 2011: Aschaffenburg – klein, aber oho!

Aschaffenburg war die erste Station der Alphaville-Tour „Catching Rays on Giant“ im Süden Deutschlands. Es ist ein kleines Städtchen mit knapp 70.000 Einwohnern und liegt in Unterfranken (Bayern). Die gestrige Location war der Colos Saal, wo Alphaville bereits im Jahr 2004, also vor 7 Jahren, zu Gast waren. Ein Besucher erinnerte sich: „Das letzte Konzert war auch schon super, eine prima Light-Show mit Videoeinlagen. Ich bin zwar kein Fan, aber die Stimme von Marian Gold ist einfach unverwechselbar, so dass ich heute Alphaville unbedingt wieder sehen möchte. Beim letzten Mal kam der Sänger sogar nach der Show von der Bühne und sprach ganz normal mit den Leuten, einfach sehr sympathisch!“

Ein anderer Besucher schwärmte: „Als ich die Vorankündigung heute in der Zeitung gelesen habe, habe ich mir spontan Urlaub genommen - ich hätte heute Spätschicht gehabt. Das ist einfach meine Jugend“. Wieder eine andere Besucherin freute sich vor allem auf die neuen Songs. Davon kannte sie bisher nur „I die for you today“, hörte aber im Autoradio auch noch einen weiteren neuen Song, den sie nicht kannte. Sie dachte sich, das müsse doch Alphaville sein, und sah dann im Display die Auflösung „Song for no one“ - Alphaville.

Kurz vor Konzertbeginn war der auf 500 Besucher ausgelegte Colos Saal bereits sehr gut bis in alle Ecken des Raumes gefüllt. Zwar war das Konzert im Vorfeld nicht ausverkauft, aber die hausinternen Publikationen (eigenes Clubmagazin, gut positionierte Internetpräsenz und E-Mail-Newsletter) verbreiteten im Vorfeld die Info zum Konzert sehr gut, so dass interessierte Besucher auch aus dem Umkreis (bis 30-40 km) angelockt wurden. Eine Besucherin hatte den Hinweis zum Konzert aus der Chartshow (RTL) bekommen, wo Alphaville ihren neuen Song vor kurzem präsentierte. Ein begeisterter Fan reiste sogar extra aus den USA (Texas) an, um Alphaville zuvor in Köln und nun in Aschaffenburg live miterleben zu können.

In dem gut zweistündigen Konzert präsentierten Alphaville einen bunten Mix ihres musikalischen Spektrums, vor allem Songs der neuen CD, aber natürlich auch ihre Klassiker. Dabei spicken sie ihre Songs immer wieder mit neuen Einlagen, so dass jedes Konzert letztlich einmalig ist. Gestern war Sänger Marian Gold zu Spielereien mit seiner Stimme aufgelegt. Bei „Jet Set“ rollte er das „R“, bei „Iron John“, einem Song über das Coming out eines Homosexuellen, ging seine Stimme extrem hoch „well that's the business, running after no.1“. Beim folgenden „Victory of Love“ formte Gitarrist David Goodes passend zur Light-Show seine Arme zu einem flachen Hut und gab dann mit perfekt rythmischen Sounds der völlig neu arrangierte Version des Klassikers aus dem ersten Alphaville-Album „Forever Young“ seine ganz eigene rockige Note.

Völlig in Extase geriet das Publikum dann beim nächsten Klassiker „Sounds like a Melody“. Einige tanzten tief in sich versunken und wild, ein anderer Besucher nahm seine Freundin in den Arm und streichelte ihre Schulter zu „my hands are resting on her shoulders“. Zwischen den Songs war der Applaus teilweise so stark und lang, dass Alphaville nicht sofort weiterspielen konnten. So gab sich das Publikum auch nicht mit einer Zugabe zufrieden, sondern klatschte Marian Gold und Keyboarder Martin Lister erneut auf die Bühne. Es folgte „Dance with me“ in einer speziellen unplugged Version. Hier spielte Marian Gold erneut mit dem breiten Spektrum seiner Stimme und sprach aber auch über seine Sehnsüchte während der Tour - und zwar auf Deutsch „scheiße, ich singe jetzt auf Deutsch weiter… Ihr glaubt nicht, wie einsam man auf einer Tour auch sein kann … ich wünschte mir, Du wärst hier, klopfst an mein Zimmer, umarmst mich und dann tanzt Du mit mir durch die einsame Nacht. Und ich weiß, das ist alles ja nicht wahr, aber irgendwie soll man die Hoffnung nicht aufgeben!“. Tosender Beifall, Marian Gold bedankte sich bei Martin Lister, dieser gab den Ball zurück und bedankte sich bei Marian Gold.

Es war wieder eine erfolgreiche Show, viele glückliche Gesichter. Der Besucher, der schon vor sieben Jahren Alphaville hier live gesehen hatte, war nun noch begeisterter. „Marian Gold wirkte so fröhlich, nicht düster. Seine Stimme hat in nichts eingebüßt, alte Stücke sind genial neu arrangiert und die Band ist super. Der Drummer (Anm.: Jakob Kiersch) spielt powerful, der Bass (Anm.: Maja Kim) rockt.“

Heute, am 22.03.2011, geht es noch weiter in den Süden, die Metropole München ist die nächste Station auf der Alphaville-Tour … tbc

Nicola Stobbe, imoe> music


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